Mr. Knot

MR. KNOT

London: Hauptstadt eines Weltreiches, Herz der Wissenschaft und Entdeckungen, stinkender Moloch und Geißel tausender Unterprivilegierter!

Hier versuchte eine junge Frau ihr Glück. Und tatsächlich, mit viel Fleiß und Ehrgeiz wurde sie Hausmädchen und dann sogar Zofe der jungen Lady. Alles hätte gut verlaufen können. Wären da nur nicht die verführerischen Blicke von Mr. Rutty, dem Herrn des Hauses. Ein angesehener Arzt und Partner von mehreren Transportschiffen. Es kam wie es kommen musste und sie wurde schwanger. Bill Roper kam als Bastard im geheimen auf die Welt. Ungefähr zur selben Zeit kam Rutties Erbe auf die Welt, John.

 

Zuerst saß der Schrecken tief, doch schließlich versuchte Rutty das Kind zu verstecken und als Ausrutscher der Magd mit einem Hausdiener aus der Nachbarschaft abzustempeln. Dies gelang am besten, indem er die Zofe und den Bastard im Blick behielt. Also wurde der Junge als Hausbursche und Spielgefährte für den jungen John herangezogen. Neben den täglichen Arbeiten im Haus, gab es geregelte Spielzeiten und durch einen Hauslehrer Unterricht.

 

So gingen zehn Jahre ins Land und der Spross gedieh, lernte Lesen, Schreiben, Mathematik und erste Grundkenntnisse in den Wissenschaften. Doch wie es so oft im Leben ist, bleibt kein Geheimnis für ewig in den Schubladen der Geschichte. Der alte Rutty erkrankte plötzlich und starb innerhalb weniger Tage. Bei der Eröffnung des Testaments gestand er die Vaterschaft und teilte sein Erbe auf. Entsetzt und voller Zorn verstieß Lady Rutty die Zofe Roper und ihr Balg aus dem Haus.

 

Mittellos, ohne Anstellung und ruiniertem Ruf begann der Abstieg. Das einzige was Ihnen blieb war ein kalter Verschlag in einem Hinterhof des anrüchigen Southwark. Nicht die beste Gegend für einen Halbstarken. Die Mutter fand ab und an in einer der Tavernen eine Anstellung, doch Bill geriet immer mehr an die falschen und trieb sich mit Jugendbanden herum, die die Taschen der besoffenen Oberschicht leerten. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit den beiden und so starb die Mutter zwei Jahre nach dem Rauswurf an Tuberkulose. Das einzige was Bill blieb, war die Straßengang.

 

Und so kam es wie es kommen musste. Eines Tages lief ihm im engen Gewirr der Straßen ein sehr wohlhabender Mann über den Weg, der fette Beute versprach. Doch die Beute war keine einfache und packte ihn an der Hand. Nun war es also um ihn geschehen. Doch was er nicht ahnte war, dass es sich um einen alten Freund seines Vaters handelte, der ihn seit der Testamentsvollstreckung versuchte ausfindig zu machen. Hans Sloane, ein angesehenes Mitglied der Royal Society. Das Unrecht, dass dem Jungen angetan wurde, hielt er nie für gerecht und so entschied er im Namen seines alten Freundes einen Ausgleich zu schaffen.

 

Dank der guten Bildung die Bill bereits genossen hatte und der aktiven Verbindungen von Sloane nach Jamaika, besorgte er dem Jungen eine Assistenz bei einer Royal Society Expedition in die Karibik.

 

Von da an lernte der Junge das Handwerk der Seefahrer und bereiste für mehrere Jahre die Karibik und die Carolinas unter dem Schutz der Royal Navy. Er lernte die Verwaltung der Bordbücher, übte sich als Bursar und bekam die elementaren Mittel der Navigation vermittelt. Doch nicht zuletzt bekam er die harte und schweißtreibende Arbeit der Matrosen eingeprügelt. Dank seiner geschickten Finger, zeigte sich rasch sein Talent für das Knoten von Tauen und Stricken und bekam seinen Spitznamen, Knot, der heute in Fleisch und Blut übergegangen ist.

 

Nach Jahren in Übersee ist er wieder in die Heimat gereist und wollte eine ruhiges, sicheres Leben mit einer Frau und Kindern aufbauen. Doch wie das Leben so spielt, sind die Karten meist gezinkt. Nun sieht er sich vor den frisch überholten Planken eines stolzen Rahseglers wieder und ist dabei dem Kapitän bei der Auszahlung der Heuer für die neue Crew zu helfen.